Hallo zusammen,
nachdem ich nun schon seit 2017 hier im Forum angemeldet bin, dachte ich mir, es wird langsam mal Zeit, mich auch einmal ordentlich vorzustellen.
Im Forum kennt man mich unter dem Namen Nordhesse. Im echten Leben heiße ich Frank, aber Nordhesse steht auf meiner Kutte. Der Name kommt ganz einfach daher, dass ich aus dem Kreis Kassel komme, genauer gesagt aus dem nördlichen Speckgürtel von Kassel. Und Kassel liegt nun mal in Nordhessen, also lag der Nickname auf der Hand.

Zum Motorradfahren bin ich eigentlich schon sehr früh gekommen – allerdings eher auf die etwas „kreative“ Art. In meiner Jugend bin ich mit wild frisierten Mofas unterwegs gewesen. Unter anderem mit einer Malaguti Enduro mit 14 PS und einer Garelli, in die ein 80er Motor eingeschweißt war. Also alles, was damals so ging.
Als es dann ernst wurde mit dem Führerschein, habe ich allerdings nur den Autoführerschein gemacht. Motorrad kam irgendwie nie dazu. Als ich später den Motorradführerschein nachholen wollte, stellte mich meine damalige Lebensabschnittsgefährtin vor die Wahl: Motorrad oder sie.
Rückblickend muss ich sagen: Ich habe mich damals leider falsch entschieden. Hätte ich gleich das Motorrad genommen, hätte ich mir wahrscheinlich einiges an Leidenszeit erspart – und dafür viele schöne Stunden mehr auf zwei Rädern verbracht.

Zum Glück sieht meine heutige Frau das deutlich entspannter. Sie hat mir zu unserem 10. Hochzeitstag den Motorradführerschein geschenkt. Das war 2009 – und seitdem darf ich endlich auch offiziell auf der Straße Motorrad fahren.
Mein erstes richtiges Motorrad war eine Suzuki Bandit 1200. Mit der bin ich eine Zeit lang unterwegs gewesen. Parallel dazu hatte ich mich aber schon in ein anderes Motorrad verliebt: die Triumph Thunderbird Storm.

Von der hatte ich seit 2014 ein Pressefoto auf meinem Handy gespeichert. Immer wenn ich an ein wirklich schönes Motorrad gedacht habe, habe ich mir dieses Bild angeschaut und mir gesagt: Irgendwann wird das meine.
2016 habe ich mir diesen Wunsch dann erfüllt. Die Bandit musste gehen und ich habe mir eine Thunderbird Storm Baujahr 2012 gekauft – mit gerade einmal 1500 km auf der Uhr und zu einem wirklich guten Kurs.
Als ich das Motorrad abgeholt habe, bin ich erst einmal aus dem Grinsen gar nicht mehr rausgekommen. Aber das kennen wahrscheinlich alle, die eine Thunderbird fahren.


Natürlich blieb sie nicht lange im Serienzustand. Irgendwann fängt man an zu überlegen, was man ändern könnte. Da ich selbst handwerklich eher zwei linke Hände habe – zumindest wenn es um Zweiräder geht – habe ich mir eine Werkstatt hier aus der Gegend gesucht und mit denen gemeinsam angefangen zu „spinnen“.
Dabei sind über die Zeit einige Umbauten entstanden:
• LED-Scheinwerfereinsätze statt der originalen H4
• ein etwas geraderer und breiterer Lenker von Lucas
• LSL Brems- und Kupplungshebel
• vorverlegte Fußrasten von Burchardt
• kürzere Federbeine, damit der Hintern etwas schöner kommt
• gecleantes Heck mit seitlichem Kennzeichenhalter
• Kellermann 3-in-1 Rück-/Bremslicht und Blinker
Als ich die Maschine gekauft habe, waren TOR-Endtöpfe montiert. Klanglich natürlich ein Traum – leider aber nicht für die Straße zugelassen. Also musste etwas Legales her und ich habe mich am Ende für ZARD-Endtöpfe entschieden.

Als nächstes steht noch ein individuell neu bezogener Sitz auf dem Plan. Ein umgebauter ist zwar schon drauf, aber da geht noch etwas.
Fahren tue ich eher nach dem Motto Genuss statt Stress. Wenn ich von A nach B muss, nehme ich das Auto. Motorrad fahre ich, weil ich Spaß haben will.
Zum Glück wohne ich dafür genau richtig. Rund um Kassel habe ich in jede Himmelsrichtung ein Motorradrevier vor der Tür:
Richtung Westen: Ederbergland und Sauerland
Richtung Norden: Weserbergland und Harz
Richtung Osten: Werra-Meißner-Kreis und Thüringer Wald
Richtung Süden: Kellerwald und Rhön
Alles Regionen, die man wunderbar als Tagestour mit etwa 300 Kilometern fahren kann.
Ich bin kein Heizer. Mein Wohlfühltempo liegt irgendwo bei 110–120 km/h, auf der Landstraße meistens eher 90–100 km/h. Ohne Scheibe und mit dem breiteren Lenker sitzt man sowieso ein bisschen wie ein Fähnchen im Wind – da merkt man schnell, wenn es zu schnell wird.
Motorradfahren bedeutet für mich vor allem Freiheit. Fahrtwind im Gesicht, die Landschaft genießen und unterwegs an einer Eisdiele, einem Café oder Imbiss anhalten und mit anderen Bikern ins Gespräch kommen.

Zum Triumph Motorcycle Clan bin ich 2017 gekommen, als ich im Internet nach Informationen zu meinem Umbau gesucht habe. Ich habe damals im Forum Fragen gestellt und auch den Fortschritt meines Projekts dokumentiert.
2018 bin ich dann zum ersten Mal zu einem Clan-Treffen nach Bad Wünnenberg gefahren. Ich dachte mir: Was hast du zu verlieren? Wenn die Leute komisch sind, fährst du eben wieder nach Hause – waren ja nur rund 100 Kilometer.
Als ich dort ankam, saßen einige bei bestem Wetter schon auf der Terrasse. Meine Storm hat sich akustisch angekündigt und die Jungs haben schon geschaut, wer da kommt. Ich wurde direkt herangewunken und als ich sagte: „Ich bin der Nordhesse“, war das Eis sofort gebrochen.
Seitdem versuche ich, bei möglichst vielen Treffen dabei zu sein – beim Saisonopening, beim Seasonend und bei allem, was sich sonst noch ergibt. Das Besondere am Clan ist für mich, dass wir über ganz Deutschland verteilt sind, uns aber über das Forum organisieren und bei den Treffen persönlich kennenlernen.
Außerdem gehört es bei uns dazu, dass wir auch die Treffen befreundeter Clubs besuchen. Es ist inzwischen Tradition, dass wir jedes Jahr zum TMOC-Treffen in Hilders fahren, was immer eine richtig feine Feier ist. Und auch im Sommer am Edersee beim HTOC schlagen regelmäßig ein paar Claner auf.

Genau solche gemeinsamen Aktivitäten machen für mich den besonderen Reiz aus – und über die Jahre sind daraus nicht nur viele schöne Touren, sondern auch echte Freundschaften entstanden.
Ich bin Jahrgang 1969, war über 30 Jahre selbstständig als Kaufmann und versuche mich seit 2025 als Privatier durchs Leben zu schlagen. Ich finde, das klappt ganz gut. Meine Frau ist allerdings der Meinung, ich sollte vielleicht doch wieder ein bisschen arbeiten gehen.
Ich sage immer: Das mit dem „Rumhängen zu Hause“ hat bald sowieso ein Ende – die Motorradsaison fängt ja wieder an.
Wer also Lust hat, kann gerne mal bei einem unserer Treffen vorbeischauen – ihr seid herzlich eingeladen.
Man sieht sich auf der Straße oder spätestens beim nächsten Treffen.